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Klimawandel: Ist es schon zu spät für die Menschheit ?

James Lovelock formuliert in seinem Buch "Gaias Rache" die These, dass es bereits zu spät sei, etwas gegen den Klimawandel zu tun. Die Menschheit werde untergehen.

James Lovelock kam in den 70er Jahren zu Weltruhm, als er seine „Gaia-Hypothese“ formulierte. Sie lautet vereinfacht: Die Erde ist eine Art Organismus, dessen Ziel es ist, das Leben auf der Erde zu bewahren. Jetzt – meint Lovelock – sei die Toleranz dieses Systems überstrapaziert, das System werde kippen und nur eine Handvoll Menschen werde in der Nähe der Pole überleben und könne in vielleicht 100.000 Jahren einen neuen Anlauf nehmen, eine nachhaltige menschliche Zivilisation aufzubauen.

Lovelock hatte in den 70ern von der Nasa den Auftrag erhalten, herauszufinden, unter welchen Voraussetzungen sich Leben auf dem Mars entwickeln könnte. Je tiefer der Forscher in die Materie eindrang, desto erstaunlicher fand er, dass sich überhaupt Leben auf der Erde entwickelt hatte.

Der Chemiker entdeckte Hunderte und Aberhunderte von Regelkreisen in der Luft, im Boden und im Wasser, deren Zusammenspiel aus der Erde den einzigen (bisher bekannten) lebensfreundlichen Himmelskörper in einem lebensfeindlichem Universum gemacht hat. Lovelocks Gedanken gehören allerdings nicht nur zum Grundwissen der Öko-Bewegung sondern lieferten auch die Basis für den neuen Wissenschaftszweig der „Erdsystemwissenschaft“.

Erde schüttelt den Menschen ab

Der 87-jährige Lovelock sieht in den zunehmenden Klima- und Wetterkatastrophen den Beginn des Versuchs der Erde, die Menschheit abzuschütteln. Dagegen seien die Menschen machtlos. Das 21. Jahrhundert werde ein Jahrhundert der Katastrophen, gegen die ein Atomkrieg nahezu harmlos aussehe. Bis zum Jahr 2100 würden höchstens eine Milliarde, vielleicht aber auch nur 500 Millionen Menschen überleben.

Lovelock plädiert dafür, das Wissen der Menschheit in ein Buch zu übertragen, das die kommenden 100.000 Jahre überdauern kann. – Für ihn zieht ein Zeitalter der Anarchie und des brutalen Überlebenskampfes immer weniger Menschen in einer immer lebensfeindlicheren Umwelt herauf.

Anders als die IPCC-Wissenschaftler, leitet Lovelock seine Hypothesen aus einer ganzheitlichen - holistischen - Betrachtung der Umstände ab. Die Gefahr in dieser Herangehensweise liegt darin, übermäßig spekulativ zu werden. Herkömmliche Wissenschaft neigt ihrerseits dazu, vor lauter Analyse von Einzelfaktoren das Gesamtbild zu verlieren und dadurch dramatische Entwicklungen erst spät in ihrer vollen Bedeutung zu erkennen.